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TEXTE

Zeitenwandel

 

Das Weltbild der Astrologie ist geprägt von der Sichtweise, dass man in der Architektur des Himmels/des Planetensystems Maße und Gesetzmäßigkeiten - auch für das Leben der Menschen auf der Erde - erkennen und beschreiben kann. Insbesondere die Wirkung und der Einfluss der Sonne und der Mondzyklen auf den Wandel der Jahreszeiten und Gezeiten, auf das Sein und Werden in der Natur bestätigen seit jeher die Richtigkeit dieser Annahme. Warum sollte der Mensch als ein von der Natur abhängiges Lebewesen davon ausgenommen sein?

Gemäß dem Erbe alter archaischer Astralkulte überrascht es also nicht, die Übertragung solcher »kosmisch energetischer Einstrahlungen« (Ernst Jünger) auf Leben und Schicksal des Menschen in allen Hochkulturen anzutreffen.

Von Beginn an war ein Bewusstsein darüber vorhanden, dass in diesen Zusammenhang nicht nur die leiblich-physischen, sondern auch die geistig-seelischen Qualitäten eines Individuums einzubeziehen sind.

Dabei sind der Stand der Sonne sowie die Verteilung der Planeten innerhalb der Struktur des Tierkreises zum Zeitpunkt der Geburt von besonderer Bedeutung.

Einmal in das »Geschehen der Gestalt der Zeit« (Wolfgang Döbereiner) eingetreten, wird diese - auf geheimnisvolle Weise - dem Menschen einverleibt. Das Schicksal nimmt seinen Lauf. So wurde das Horoskop von jeher als Schicksalsuhr bezeichnet, welche anzeigt, was die Stunde geschlagen hat.

Die zur Berechnung eines Geburtsbildes notwendigen quantitativen Zeitaspekte (Stunde, Tag, Monat, Jahr) treten nun zugunsten der Deutung der Zeitqualität, der Schicksals-Bestimmung, in den Hintergrund. Der Kreuzungspunkt dieser beiden Größen wird zum Einlass für Mächte, die der Entwicklung eines Menschen Ziel und Richtung geben. Er erlebt, dass er von Kräften geführt wird, die ihn - ungeachtet seiner eigenen Pläne und Machenschaften - in Anspruch nehmen: sie lenken den Geist in eine Tiefe, in der er schweben, sich erneuern und wandeln kann.

Dieser Bereich - als Unbewusstes im Menschen angelegt - wurde von den Sumerern als Kammern der Schicksale bezeichnet, aus der die Unsterblichen (die Götter) heraustreten, um den Sterblichen ihr Los zuzuteilen. Das Bewusstsein, einer höheren, transzendenten Ordnung anzugehören, den Himmel in sich zu tragen (...wie im Himmel, so auf Erden...), hat zu allen Zeiten den Menschen bewegt und sein Verhältnis zur Welt und zum Raum bestimmt. Der Versuch der neuzeitlichen Wissenschaften und Ideologien, dieses Bewusstsein (als ein in den Kulturen verankertes Erbe) auszurotten, ist fehlgeschlagen. Der maßlose, auf äußeren Fortschritt und Wachstum setzende Zeitgeist findet im erwachenden, in-sich-selbst-gekehrten Menschen einen Widersacher, den er nicht mehr bezwingen kann. Als ein Verbündeter mit den Mächten einer höherrangigen ersten Ordnung fließen ihm Kräfte zu, die ihm helfen, sich aus der Knechtschaft durch die Verderber der Erde zu befreien.

Dieses Drama findet gegenwärtig statt. Dabei schauen wir nicht nur in einen angsterfüllten, höllischen Abgrund. An der Zeitenwende erleben wir auch die Geburt eines neuen Menschen. Hier muss ein Sprung gewagt werden, der Mut und Hingabe erfordert.

Den Vollzug einer solchen inneren Wandlung muss notwendigerweise jeder an und durch sich selbst leisten. Astrologisch gesprochen kommt es darauf an, die im Geburtsbild verzeichneten, aber noch nicht bewusst gewordenen Anlagen zu diagnostizieren und zur Wirkung kommen zu lassen. Dann erlebt sich der Mensch als determiniert auf eine Freiheit hin, die den innersten Wesenskern seiner Existenz anrührt. Von dort her empfängt er neues Leben.

Es ist wichtig, sich nicht von der Angst besetzen zu lassen, in Widerspruch zu herrschenden Ideologien und Meinungen zu treten. Damit ist ja keine äußere, aktive Widerstandshandlung gemeint, sondern vielmehr die Konsequenz einer neuen geistig-seelischen Haltung, eines neuen Bewusstseins. Auf diese Art und Weise ist es auch möglich, dem heutigen Traditions- und Werteverfall, den Selbstauslöschungsexperimenten einer sinnentleerten, geistig-spirituell verarmten Gegenwartskultur, entgegenzuwirken. Es sind die individuell geschaffenen Freiheitsräume, die sich im planetarischen Maßstab zu einer Kultur der Freiheit schlechthin miteinander in Beziehung setzen lassen.

Wie und unter welchen inhaltlichen Vorzeichen das im Einzelnen geschieht, zeigt ein Blick auf den jeweiligen individuellen Stand der Schicksalsuhr. Darüber Auskunft zu geben bleibt der Astrologie vorbehalten.

 

© Günther Gerzmann, 2013

 

Über die Astrologie

Erschienen in der Zeitschrift INTRO unter dem Titel: Ausweg aus der Moderne?

„Nichts Werdendes und nichts Gewordenes verliert die Beziehung zum Bereich seiner Angelegtheit, noch die Abhängigkeit seines Seinsmaßes von ihm.“

Als ein Axiom der Astrologie ist dieser Satz von Joseph Bernhardt aus einer ursprünglichen Erkenntnistiefe heraus gesprochen, in welcher die Grundzüge menschlicher Seinserfahrungen noch geahnt und über die Bilder der Sprache ins Bewusstsein gehoben werden können.

In einer Zeit des Verfalls und des Zugrundegehens existentieller Lebensgrundlagen von Mensch und Natur tut es not, die durch die Anwendung neuzeitlicher Naturwissenschaftstheorien und –methoden unfruchtbar gewordenen Felder des Bewusstseins neu zu bestellen. Dazu eignet sich die Astrologie in einer hervorragenden Weise, indem sie – als Sinnbild einer Welt und Mensch umfassenden Ordnung – eine bewusstseinserweiternde Perspektive anbietet, um individuelle Lebens- und Schicksalsformen – und damit sich selbst – neu ordnen und begreifen zu können.

Das Zusammenspiel der im Menschen tätigen Wirkungsbereiche lässt sich anhand des Tierkreises bildhaft veranschaulichen. Innerhalb einer solchen Struktur, wie sie sich aus dem Tierkreis als übergeordneter, mundaner Zusammenhang herausentwickelt, bewegen sich der Mensch sowie alle ihn umgebenden Lebewesen in der Gestalthaftigkeit ihrer zeitlich gebundenen Erscheinung, zugehörig zur Ordnung der Welt, die sich in ihnen und durch sie mitteilt und ausdrückt. In Entsprechung eines solchen Ausdrucksvermögens ist der Mensch als dasjenige Wesen, welches Sprache hat, ein dem „Wirklichen“ – resp. „Sein“ –„Ent-Sprechender“ (Martin Heidegger), der im Schnittpunkt von Vergangenheit und Zukunft stehend seine Wirklichkeit als Ort der Gegenwart entstehen lässt.

Für die Horoskopdeutung rückt hier der qualitative Zeitaspekt in den Vordergrund, so dass die dem individuellen Habitus entsprechende richtige Zeit des Erlebens und des Bewusstwerdens der inneren Anlagebilder im Verhältnis zur äußeren Erscheinungswelt hervortritt.

So kann über die Auseinandersetzung mit den im Horoskop angelegten Inhalten die Beziehungslosigkeit zur Umwelt und zu dem, was ein Mensch als Schicksal erlebt, überwunden werden, da sich das Wissen über Anlage und Verhaltensprinzipien als geeignet dafür erweist, individuelle Verwirklichungsmöglichkeiten aufzufinden, die einen größeren Erlebnisspielraum und damit einen in allen Lebensbereichen sich geltend machenden Erfahrungszuwachs mit sich bringen.

 

© Günther Gerzmann, 1995

 

"Waldgänger"

Es gehört zum Selbstverständnis vieler Menschen, die schicksalhaften Beziehungen zwischen sich und ihrer Umwelt zu hinterfragen und zu ergründen. Schon die Trennung und Unterscheidung zwischen den beiden Größen des „Ich“ (Subjekt) und des „Nicht-Ich“ (Objekt) zeigt die Zwiespältigkeit des Bezuges eines Menschen zur Welt und zu seinem Ort. Die so entstehende Distanz scheint zunächst unüberbrückbar. Daher muss ein drittes, vermittelndes Prinzip hinzutreten, ein verbindendes Element der Sinngebung und Aussöhnung zwischen der anlagemäßigen Eigenart eines Menschen und seinem Umraum. Diesen Zusammenhang aufzudecken und zu erläutern ist seit jeher das Anliegen der Astrologie. Das Erkennen der Verhältnisse im partnerschaftlichen, familiären sowie im beruflichen Umfeld kann somit auf eine objektive Grundlage gestellt und von Irrtümern und falschen Vorstellungen freigemacht werden.

Es ist ein unbestreitbares Verdienst der Astrologie, den individuellen, seelischen Entwicklungsspielraum auf einen Horizont hin erweitern zu können, der die aus dem Unbewussten kommenden Bilder (die Erfahrungen der Zeit) zugänglich und erlebbar werden lässt. Diese Bilder sind primär vorgegeben und werden dem Einzelnen als Bewusstsein vermittelt. Als Leitfaden des Schicksals sind sie sogleich Orientierung und Wegführung, so dass jeder, der gewillt ist, sich dazu befähigen kann, das Maß seiner Wirklichkeit zu finden und zu erfüllen. Somit steht die Eigenverwirklichung – gemäß den Anlagen des Geburtsbildes – immer auch im Dienste der Erhaltung der Ordnung der Welt. In einer solchen Ordnung ist das vermeintlich Positive wie Negative gleich gewichtet.

Natürlich gibt es konstellationsbedingte Schmerzerfahrungen, die den Menschen  bis an die Grenze des für ihn Erträglichen führen. Wer einen solchen Zustand in sich beenden und eine Heilung einleiten möchte, dem sei es angeraten, sich seiner ursprünglichen, himmlischen Daseinsanteile wieder bewusst zu werden. Wer diese weiterhin in sich verdrängt, der entzieht sich seine eigenen Heilungsgrundlagen. In einer solchen Krise wird der Ruf nach einem Vermittler im Sinne eines priesterlichen Urtypus laut, der dem Menschen das Prinzip seiner Erstgestalt als Bild wieder ins Bewusstsein bringt.

Da sich in der Astrologie diese Orientierung und Ausrichtung des Denkens bis heute erhalten hat, steht sie – ohne damit ihre Eigenständigkeit preiszugeben und ohne in Konkurrenz zu den Priestern zu treten – innerhalb einer gleich gearteten Traditionslinie. Allerdings hat es der Astrologe heute eher damit zu tun, das Ausfallen des oben genannten Bildes als eine Abweichung von der Bestimmung der Gestalt der Welt zu diagnostizieren und zu erläutern. Jedoch sind beide – Priester und Astrologe – unabhängig voneinander als Hilfe unverzichtbar in einer Zeit, die dem Einzelnen kein eigenes Leben und Schicksal mehr zubilligen will. Als Ergebnis einer missratenen, pervertierten Geisteshaltung, die von den neuzeitlichen Säkularisationsaposteln seit Jahrhunderten propagiert und herbeigeredet wurde, bleibt damit nicht nur der Mensch, sondern auch ein Teil der Welt unerlöst.

Der Anteil der Kirchen am Zustandekommen dieser abendländischen Kulturkatastrophe ist erheblich; immer noch zwingen sie ihren Gemeindemitgliedern das alttestamentarische, mosaische Bilderverbot auf, sodass die im Mythos vorchristlicher Sonnenreligionen wurzelnde Gestalt des Erlösers als Bild nicht mehr aufgenommen und auch nicht mehr zur Orientierung des Empfindens im Seelischen verankert werden kann. Eine solche im Gewande einer Religion auftretende konfessionsübergreifende Verdrängung führt zwangsläufig als Folge eines in der Neuzeit entstandenen Mangelbewusstseins - das die Vor-Zeitlichkeit schicksalsimmanenter Prägungsmuster und Formen immer mehr in den Hintergrund drängt - zu einer Verwerfung ererbter Bilderfahrungen.

Hier erweist sich die Astrologie als heilsam, da sie das Vermögen des urbildhaften Denkens im Menschen wieder wachruft und er seine Fähigkeiten des Sehens und Verstehens der Welt - seinem Habitus gemäß - wiedererlangt. Wer den Mut besitzt, sich bis zur letzten Konsequenz derartig umzugestalten, der wird - im Sinne Ernst Jüngers - zu einem "Waldgänger".

 

© Günther Gerzmann, 2000

 

Anmerkung

20. April 2016

Die im Verlauf der andauernden Flüchtlingsdebatte bei mehreren Gelegenheiten öffentlich zelebrierte Unterwerfung von Papst Franziskus unter den Islam, verleiht dem obigen im Jahr 2000 verfassten Text eine unvorhersehbare Aktualität.

Die durch mehrere Propagandaaktionen und Einlassungen demonstrierte verräterisch-devote Haltung von Franziskus unter die europafeindliche Migrationsideologie, hat der ohnehin schon massiv schwindenden Glaubwürdigkeit und Autorität der Kirchen (die evangelische mit eingeschlossen) einen irreversiblen Schaden zugefügt. So wie der anti-europäische Geist in die Parlamente, so ist der anti-christliche Geist in die Kirchen eingezogen. Nur so lässt sich die Solidarisierung quer durch fast alle parteipolitischen sowie kirchlichen Stände mit dem Islam/der Islamisierung erklären. Die erkannten Feinde müssen aber - wie in jedem anderen Krieg - mit Gegenmaßnahmen und Abwehr rechnen. Das ist nur recht und billig.

Wir stehen mitten in einem Konflikt zwischen der Unvereinbarkeit von unterschiedlichen Kulturen und ihrer Ursprünge innerhalb der abendländischen sowie orientalischen Traditionen und Glaubensvorstellungen. Welche innerhalb Europas als vorrangig zu betrachten und anzusehen sind, bedarf keiner weiteren Erörterung.

Es scheint allerdings der Hinweis notwendig und sinnvoll, dass die spirituell-religiösen Wurzeln Europas zeitlich weit vor den Führungsansprüchen von Kirche, Synagoge und Moschee anzusiedeln sind. Die von diesem Nährboden ausstrahlenden uranisch-schöpferischen Kräfte werden den geistig-europäischen Seelenraum neu beleben und "die Spreu vom Weizen trennen". Innerhalb dieses Geschehens ist Deutschland - als das Herz Europas - wohl eine Schlüsselrolle zuzuschreiben. Wie schon vielfach in der Geschichte angedroht, so soll es den Deutschen wohl deshalb auch an den Kragen gehen.

Bezüglich der von Merkel und Co. verfügten Migrantenansiedelung findet man einen aufschlussreichen Hinweis in einem Vortrag von Rudolf Steiner, gehalten am 25.10.1906 in Berlin Blut ist ein ganz besonderer Saft: "Man kann z.B ein fremdes Volk in seiner Eigenart töten, wenn man kolonisierend seinem Blute zumutet, was dieses Blut nicht ertragen kann. Denn im Blute drückt sich das Ich aus."

Das hier von Steiner durchaus als Warnung Gemeinte wird von den heute agierenden okkulten Politlogen wohl eher als eine Aufforderung verstanden und umgesetzt (Ernst Jünger nennt dies die "Qualitas okkulta des Verbrechens").

Er spricht aber auch vom "Ich" als eine dem Subjekt zukommende Größe. In einer unablässigen Verbindung zu dem Ursprung seiner Ahnen stehend, wird sich der Einzelne nicht nur seiner "blutmäßigen" Herkunft, sondern auch seines eigenen Schicksals bewusst. Auf dieser Ebene ist der aktuelle Kampf auch ein spiritueller Krieg, der im Bewusstsein eines jeden Einzelnen mit ausgefochten und entschieden wird.

 

© Günther Gerzmann, 2016

Gedanken zur Migrationsideologie

In einer der zahlreichen Fernsehdiskussionen zum Thema Einwanderung wurde von einigen sog. Migrations- und Integrationsexperten einmal mehr versucht, die über das deutsche Volk kommenden Segnungen durch Migration/Integration zu lobpreisen. Drei von fünf Diskutanten hatte einen Migrationshintergrund und waren sichtlich bemüht, die Unvereinbarkeit zwischen der eigenen, geschichtlich gewachsenen kulturellen Identität und ihrem vermeintlichen Deutschsein damit zu begründen, sie seien ja schließlich hier geboren.

Jeder mag sich die skurril anmutende Frage, ob ein in China geborener Deutscher ein echter Chinese ist, selbst beantworten. Er ist es selbst dann nicht, wenn ihm von staatlicher Seite mit Brief und Siegel eine Rechtsstellung als Chinese eingeräumt wird. Das leuchtet ein.

Die in Deutschland diesbezüglich geführte Debatte wird aber quer durch die Parteien- und Medienlandschaft auf einer solch schizophren-absurden Ebene geführt und in die Praxis umgesetzt. Der in diesem Zusammenhang von den BRD-Institutionen seit 1945 betriebene Abbau von Rechten nimmt für die Deutschen immer bedrohlichere Ausmaße an. Und trotz all dieser Einschränkungen und Hindernisse bezüglich der Wahrnehmung der eigenen Souveränität ist es kurios festzustellen, dass am wenigsten die Deutschen (die Europäer überhaupt) bestrebt sind, in eine dem eigenen Ursprung fremde Identität zu wechseln, mit dem Anspruch, die Lösung für die eigenen ungelösten Probleme von einem fremden Staate serviert zu bekommen. Es ist auch diese Haltung, die einen echten Souverän auszeichnet - und die Gründe dafür sind vielschichtig.

Hier müssen die tiefer liegenden Grundlagen der seelischen Beschaffenheiten eines Volkes und seiner Archetypen gesehen werden. Eine solche Analyse führt auf die Bewusstseinsebene des symbolisch-bildhaften und damit astrologischen Denkens.

Die Sicht- und Anschauungsweise der Astrologie zum Thema Migration/Multikultur steht im krassen Widerspruch zum heutigen ideologischen Wunschdenken. Einer Einwanderungsgesellschaft fehlt das verbindende Element einer gemeinsamen Vergangenheit und ihrer Traditonen. Die Deutschen - und zwar jeder einzelne - schöpfen ihr Dasein aus der Gemeinsamkeit der Erfahrungen ihres geschichtlichen Ursprungs. Dass hier gleichzeitig andere Kulturen und Identitäten ausgeschlossen werden, liegt in der Natur der Sache und ist zunächst einmal nichts Verwerfliches. Man ist, was man ist, aus diesem Grunde. Dieser Grund ist der geistige Nähr- und Wurzelboden der seelischen Existenz und Identität derjenigen Individuen, die Deutsche sind.

In dem Gebundensein an diese metaphysische Gestalt, erscheint der dazugehörende Phänotypus als Mensch, der im Sinne einer individuellen Schicksalsdisposition das Bestimmende dieser Gestalt zum Ausdruck bringt. Aus den Gegebenheiten derartiger Grundbedingungen und schicksalhafter Zusammenhänge löst man sich nicht nach Belieben heraus, von der Vorstellung getragen, einen beliebigen Identitätswechsel vornehmen zu können.

Es sind die Urbilder, die als Mächte wirken und die der Planung und dem Zugriff der aktuell im Hintergrund agierenden ideologischen Weltverschwörer verschlossen bleiben.

© Günther Gerzmann, 2016

Nachtrag

08. Mai 2016

 

Zum besseren Verständnis des Begriffes Identität, wie er auch in der Astrologie Anwendung findet, gibt es von Martin Heidegger einen interessanten philosophischen Hinweis:

"Wie steht es nun mit dieser Identität? Identisch ist etwas, was mit sich selbst Dasselbe ist. (...) Von der Identität kann ich nur negative Aussagen machen. Ich kann zum Beispiel von ihr sagen, sie sei nicht Gleichheit. Positiv kann ich nur sagen: Identität ist Identität. Dies ist in einem echten Sinne eine Tautologie."*

Auf den obigen Text bezogen ist der Hinweis, Identität sei "nicht Gleichheit", von entscheidender Bedeutung. Denn die Frage nach der Identität ist auch auf die traditions-historischen Grundlagen kultureller Beschaffenheiten der Völker anwendbar, insofern diese auf dem Boden einer intakten und in sich geschlossenen Erlebnis- sowie Erfahrungswelt gewachsen sind. Aus der Weitergabe dieser Erfahrungen durch den Vererbungsstrom der Ahnen beziehen die Individuen - im Rahmen ihrer jeweiligen familiären Strukturen - ihre spezifischen Schicksalprägungen.

Als Bonmot sei noch angemerkt, dass die von Heidegger gemachte Aussage, Identität sei nicht Gleichheit, die zweite und alles entscheidende ideologische Säule aus dem freimaurerischen Freiheits-Gleichheits-Brüderlichkeits-Tempel herausbricht.

Insofern also Identität per Definition nicht auch Gleichheit sein kann, wird der pseudo-religiöse Gleichheitsanspruch nur durch Ausschaltung der Identität der Völker und ihrer traditionellen kulturellen Bindungen umzusetzen sein. Das ist die Agenda, mit der die Brüsseler Machtzentale und ihre Parteien gegen die Europäer zu Felde ziehen. Die Gender-Politik, die Homo-Ehe, die Migrationspolitik etc. sind klare Anzeichen dafür, dass alles auf dem Spiel steht. Dass aber diejenigen, die den Wind gesät haben, auch den Sturm ernten werden, ist - weil Schicksal - beschlossene Sache.

Dem hingegen sind die echten, defensiv agierenden Revolutionäre heute diejenigen, die erkannt haben, dass eine friedvolle Weiterentwicklung einer Gesellschaft nur unter der Voraussetzung des "mit-sich-selbst-Dasselbe-sein" gelingen kann. Nur so können auch die selbigen Identitäts- und Freiheitsräume (auch im nationalen Sinne) erhalten und vor äußeren sowie inneren Zerstörungen geschützt werden.

Setzt man die Identität als Bindeglied zwischen Freiheit und Brüderlichkeit, so wird erkennbar, dass das Ideal der Freiheit sowie das Maß der Brüderlichkeit nur auf einem gleich-ursprünglichen, identitätsstiftenden Beziehungsgrund verwirklicht werden können.

Anstelle einer in jeder Hinsicht lebens- und menschenfeindlichen Gleichmacherei müsste also im Sinne der Sprachfigur Martin Heideggers das französische Revolutionscredo "Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit" ersetzt werden durch "Freiheit - Identität - Brüderlichkeit".

Vermutlich wäre das Ergebnis der Beginn einer geistigen Wiedergeburt der europäischen Völkergemeinschaft und ihrer kulturellen Traditionen und Überlieferungen. Auf einen Versuch käme es an.

(Martin Heidegger: Zollikoner Seminare, S.172, Klostermann-Verlag, Frankfurt a.M., 1987)

 

© Günther Gerzmann, 2016

Jean-Francois Champollion: Die Entzifferung der Ägyptischen Hieroglyphen

Jean-Francois Champollion, 23. Dezember 1790, 1.41h GMT, Figeac-France

 

Das Prinzip der Gestalt der Zeit wird als das Bestimmende der jeweiligen Umstände eines Zeitgeschehens erfasst (Saturn im sechsten Haus), beschrieben und dargestellt (Steinbock-Sonne in Haus drei). Die Verbindung von Waage/Steinbock bezogen auf Haus drei zeigt an, dass die in den Hieroglyphen übermittelte Erfahrung - die zugleich bildhaft, phonetisch und symbolisch ist - sich aus der ihr zugehörigen Sprachgestalt (das Koptische) herausholen und lesen lässt.

Von diesem Grundgedanken geleitet und dank der Mithilfe eines ägyptischen Mönchs stellte Champollion eine Grammatik des Koptischen zusammen, einer Sprache, die noch heute in der christlich-koptischen Liturgie zur Anwendung kommt.

In der Konsequenz dieser Arbeit leitete Champollion einen religionsgeschichtlichen Umbruch ein, indem er die durch die jüdische Überlieferung der Thora verleumdete und verdrängte Kultur und Religion der alten Ägypter wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Bewusstseins rückte. Über die Entschlüsselung der altägyptischen heiligen Bilderschrift wurde so nicht nur eine ursprüngliche Wurzel des Christenntums freigelegt, sondern gerade auch das Alte Testament musste im Hinblick auf seinen geschichtlichen sowie mythologischen Wahrheitsgehalt neu gelesen und bewertet werden.

Das Gesamtgeschehen des Horoskops weist durch die kardinale Stellung von Saturn/Jupiter sowie Sonne/Venus auf eine Neubestimmung der Gegenwart hin, mit dem Mond als Herrscher von Haus zehn bezogen auf den religiös-weltanschaulichen Bereich des neunten Hauses. So wird über das Erschaffende eines Uranus/Neptun ein plutonisches Informationsprogramm aufgehoben, das sich seit mehr als zweitausend Jahren als tote Ausübungsform einer kollektiven Glaubensübertragung von der seelischen Substanz der Lebenden ernährt und diese besetzt (Pluto in Haus vier auf 22,5° Wassermann).

Zum Zeitpunkt der Entschlüsselung (14.09.1822) gab es eine Konjunktion von Uranus/Neptun auf 3° Steinbock (auf Champollions Sonne im dritten Haus) im Quadrat zu Pluto auf 3° Widder. So stand die im Bilde von Uranus/Neptun hochsteigende und bis dato verdeckte Wahrheit von Anfang an in Konflikt mit den Dogmen einer alttestamentarisch geprägten Fundamentaltheologie (Saturn/Pluto). Dieser Kampf der Bilder findet wiederum in entscheidender Weise in unserer Zeit statt, zumal nach einer dreijährigen mundanen Saturn/Pluto-Phase aus der Rivalität resp. der Feindschaft zwischen Synagoge und Kirche eine - unter Federführung der römischen Glaubenskongregation - Komplizenschaft geworden ist.

 

© Günther Gerzmann, 2000

29. Dezember 2016

Die Entdeckung des Pluto

Entdeckung des Pluto, 21. Januar 1930, 21.59h MST, Flagstaff-Arizona

 

Im März 1930 ging die Nachricht von der Entdeckung des Planeten Pluto durch die Weltpresse. Obwohl im Jahre 1902 dieser Planet von Dr. Percival Lowell schon entdeckt bzw. berechnet wurde, gilt auf Grund der Datierung einer Photoplatte des Lowell-Observatoriums in Flagstaff (Arizona) der 21. Januar 1930 als das eigentliche Datum seiner Entdeckung. Die Diskussion, welchem Tierkreiszeichen Pluto zuzuordnen sei, wurde von den damaligen Astrologen kontrovers geführt. Bis zu diesem Zeitpunkt galt die tatsächliche Enfernung eines Planeten von der Sonne als das entscheidende Kriterium der Zuordnung.

Ausgehend von der Löwe-Sonne als das bei den Alten alles beherrschende kardinale Prinzip, entsteht die in Richtung der Jungfrau/Waage usw. verlaufende Tierkreisstruktur der Planeten und ihrer Herrschaft über die jeweiligen Zeichen. Schaut man also von 0° Löwe ausgehend auf die bis zum Steinbock-Saturn als "Hüter der Schwelle" hinaufreichende Planetenreihe, so fällt auf, dass in der absteigenden Bewegung der linken Tierkreishälfte, also ab 0° Wassermann, die Planeten (mit Ausnahme der Sonne) im Sinne einer Spiegelung ihrem jeweiligen zweiten Domizil zugeordnet wurden (also Saturn im Wassermann, Jupiter in den Fischen, Mars im Widder etc.). Das erklärt auch den ursprünglichen Gebrauch der 0° Löwe/0° Wassermann-Achse als die kardinale Spiegelachse, was allerdings zur Folge hatte, dass die kardinale Horizontalachse des Tierkreises die Stier/Skorpion-Achse war, also alle Zeichen im Uhrzeigersinn um ein Haus verschoben gedacht werden müssen. Das scheint auf den ersten Blick befremdlich und wirft Fragen auf.

Wir berühren hier - aus astrologischer Sicht - den mythologischen Gehalt alter Sonnenreligionen und Bildkulturen mit ihrem untrügerischen Blick für die inneren Zusammenhänge zwischen der Ordnungsstruktur unseres Planetensystems und dem Leben auf der Erde. Dazu später an anderer Stelle mehr.

An der oben beschriebenen Logik der Zuordnung der Planeten zu den Tierkreiszeichen hielt man auch noch fest, als es darum ging, die beiden transsaturnischen Planeten Uranus (entdeckt 1781) und Neptun (entdeckt 1846) ins astrologische System einzufügen. Nachdem also Saturn im Wassermann durch Uranus und Jupiter in den Fischen durch Neptun ersetzt wurden, stellt sich die Frage, warum Pluto als der nächste hinter Neptun liegende sonnenfernste Planet nicht dem Widder, sondern dem Skorpion - also noch vor Jupiter und Saturn liegend - zugeordnet wurde.

Es erweckt aus heutiger Sicht den Anschein, als würde nicht nur auf symbolischer Ebene in eine bestehende alte Ordnung - von welcher Seite auch immer - eingegriffen. Die zeitgleich in der Wissenschaftsentwicklung hervortretenden Möglichkeiten des Bomben- und Atomzeitalters, die Freisetzung, Verdichtung und Dienstbarmachung plutonischer Zerstörungsenergien verhalfen den damaligen Kriegshetzern und ihren Armeen dazu, die mit ihrem Geld geschaffenen Waffen und Kriegstechnologien im planetarischen Maßstab todbringend einzusetzen. Immer noch schweben die Schatten der Opfer von Dresden, Hiroshima und Nagasaki über den Häuptern der sog. Siegermächte und ihrer Vasallen.

Angesichts der Gewalt der damalig explosiven Ereignisse denkt man auch hier reflexartig an die verheerende Entfesselung marsisch-plutonischer Feuerkräfte, die als Element den Widder, als strategische Zerstörungsmittel zur gewaltsamen Durchsetzung einer politischen Ideologie, die über Leichen geht, jedoch dem Skorpion zuzuordnen sind. Im Sinne einer inneren Verwandtschaft beider als ursprüngliche Marszeichen schließt das eine das andere jedoch nicht aus und für die Kaste der Blutvergießenden und ihrer Opferkriege sind beide Prinzipien seit jeher unverzichtbar. (Als kurze Anmerkung sei hier nur darauf hingewiesen, dass die Konstellation Mars-Pluto im Kontext menschlicher Regungen, Leidenschaften und Affekte nicht ausschließlich auf physische Gewalt- und Schmerzerfahrungen reduziert werden kann, zumal dann nicht, wenn noch Ausgleichs- und Bereinigungskonstellationen als individuelle seelische Komponenten hinzutreten.)

Diese aus der jüngeren politischen sowie technologisch-wissenschaftlichen Geschichte genommenen Beispiele machen deutlich, dass die damalige Diskussion über die Zuordnung des Pluto ihre Berechtigung hatte. Letztendlich hat die Skorpion-Fraktion mit dem nicht unerheblichen Argument des mundan achten Skorpion-Hauses als das klassische Todeshaus (im Sinne des Hades-Mythos) durchgesetzt. Gestorben wird allerdings auch in den anderen Häusern, sowie umgekehrt auch die im achten Haus stehenden Planeten als Anlagen gelebt werden müssen.

Zurückkehrend zum Horoskop der Pluto-Entdeckung und damit zur Münchner Rhythmenlehre sieht man einen Pluto im zehnten Haus in Opposition zu Mars in Haus vier, sowie eine Sonne/Merkur-Konjunktion im Wassermann in Haus fünf. Das Hauptmerkmal ist also das Erschaffende/Schöpferische und mit Steinbock als Herrscher von Haus fünf und einer Wassermann-Sonne in fünf wird demnach ein Saturn/Uranus erschaffen. Die im Saturn/Uranus-Quadrat sich ausdrückende Unvereinbarkeit von Haus vier zu Haus sieben beruht wohl u.a. darauf, dass die für das Leben notwendige Gestalt des Daseins als zeitliches Geschehen der Gegenwart ins zwölfte Haus verdrängt und somit nicht verfügbar ist (Neptun als Herrscher von sieben im zwölften Haus). Wie ein Riss in der Gestalt der Welt (Saturn-Uranus), durch den die Zeit abfließt ins Namenlose des zwölften Hauses, in die Vorräume der Zeit, losgelöst von den Formen der Endlichkeit und ihrer Erscheinungsweisen in der Welt, die das Leben braucht, "um den Gebärenden eine Heimat zu geben" (Wolfgang Döbereiner).

Damit fehlen der Sonne und dem Merkur in Haus fünf die Anschlussmöglichkeiten an ein dem Eigenleben gemäßes, adäquates Zeitgeschehen. Das ist der Moment der Einschaltung des Pluto im Krebs in Haus zehn. An die Stelle der Schicksalsbestimmung eines echten, ursprünglichen Lebens wird eine gegen das Leben selbst gerichtete Vorstellung als Modell einer Ideologie gesetzt (Opposition Mars-Pluto). Der Mars/Saturn-Gruppenschicksalspunkt auf 17,5° Steinbock ist hier durchaus noch wirksam und lässt die auf Vernichtung und Zerstörung zielenden Planungen und Strategien erkennen, die sowohl im ersten als auch im zweiten Weltkrieg auf europäischem Boden durchgeführt wurden. Nicht zu übersehen ist in diesem Zusammenhang auch der Venus/Neptun/Jupiter-Spiegelpunkt sowie der Mond auf 8° Skorpion in Haus zwei, der noch im Orbis eines Saturn/Mondknoten-Gruppenschicksalspunktes unmissverständlich darauf hindeutet, dass die plutokratischen Mächte den an ihre Dämonen zu entrichtenden Blutzoll der zahllos im Kriege zu Tode gebrachten Unschuldsopfer billigend in Kauf nahmen. Auch das Bild der Anweisung des Pluto zur Zerstörung der Ansiedlungen und Orte (Skorpion als Herrscher von Haus drei löst Haus zwei aus), die Verwüstung des Gestalthaften alter gewachsener Kultur- und Lebensräume (Waage-Venus als Herrscher von Haus zwei im Steinbock in Haus fünf) ist ablesbar. Dieses Vorgehen der Natur- und Weltzerstörung kennzeichnet auf tragische Weise auch heute noch die Herrschaft und die Politik des plutonischen Wissenschafts- und Atomzeitalters als "ein Werk der Titanen und ihres unersättlichen Hungers nach Energie" (Ernst Jünger). Aber um welchen Preis?

Als Gottheit wird Pluto in der Mythologie auch noch als Spender des Reichtums und des Überflusses bezeichnet. Auf den ersten Blick deutet das Identisch-sein einer Gottheit mit zwei so unterschiedlichen Herrschaftsbereichen auf einen zwiespältigen Doppelcharakter hin. Die Vorstellungen eines Jenseits, das mit ungeheuren Reichtümern und Schätzen aufwartet, sind in nahezu allen Kulturen verbreitet. Auch die Schätze im Himmel, von denen Christus spricht, befinden sich "jenseits der Zeitmauer" (Ernst Jünger), auch wenn sie im Diesseits erworben werden müssen. Das sind Chiffren für die metaphysische Teilhabe des Menschen am Reichtum des Seins.

Die Plutokratie im Sinne der Macht des Geldes zeigt die andere, physische Seite dieser Medaille. Auf dem amerikanischen Dollar kann man lesen: IN GOD WE TRUST. Bekanntermaßen steht dieser GOD für: Gold, Öl und Diamanten. Alle drei zur leiblich-physischen Ausstattung und Erhaltung des Planeten gehörenden Materialien müssen aus der Tiefe der Minen und Stollen sowie den tieferliegenden Erdschichten hervorgeholt werden. Ein Reichtum also, der im Gegensatz zu den Himmelsschätzen, von denen Christus spricht, direkt aus der Hölle genommen ist, sofern diese - in Anlehnung an den Hades-Mythos - als eine innerirdische Unterwelt vorgestellt wird. Wer nach diesen Schätzen gräbt und sich eines solchen Reichtums als Mittel der Ausübung von Macht bedient, hat damit sprichwörtlich seinen Pakt mit dem Teufel geschlossen, der als Tribut immer das Blut und die Seele der Menschen fordert. Dass das Geld der Plutokraten die Welt regiert ist also nur die eine Hälfte der Wahrheit. Die andere Hälfte ist die Antwort auf die Frage, wer über die Plutokraten regiert. Das Finden und Aussprechen dieser in vielerlei Hinsicht zu gebenden Antwort ist ebenso auf der Ebene der Chiffren angesiedelt, die wie ein metaphysisches Losungswort in die Gegenwart herübertönt und von der Sprache als Gleichnis aufgefangen werden kann. Auch das ist eine nicht zu unterschätzende Möglichkeit, sich der Einflussnahme gegenüber der noch unerlösten, dunklen Wesensseite des Pluto zu erwehren.

Wer also angesichts der heutigen in globalem Maßstab zu beobachtenden unvorstellbaren Katastrophen noch Schlimmeres zu verhindern sucht, der sollte nicht mehr nur Fragen stellen, sondern - auch um seiner selbst willen - Antworten geben, die heute dringender denn je von jedem Einzelnen verlangt werden.

 

© Günther Gerzmann, 2016

 

14. März 2016

Beschwörung

Beschwörung, 28. März 1990, 22.37h, Essen

 

In einer Essener Tageszeitung konnte man Ende März/Anfang April 1990 folgenden Artikel lesen:

 

Magische Zaubersprüche statt Einsicht über Verkehrsverstoß

Ein 31-jähriger Essener wurde von einer Funkstreifenwagenbesatzung wegen eines Verkehrsverstoßes (Fehler beim Abbiegen) mit seinem Auto angehalten.

Nachdem man ihm eröffnet hatte, was ihm zur Last gelegt wird und ihm eine Verwarnung in Höhe von 20,- DM angeboten wurde, zeigte der Fahrzeugführer sich keines Fehlers bewusst. Das angebotene Verwarnungsgeld lehnte er rigoros ab. Die Polizisten erklärten ihm die Rechtsfolge (Ordnungswidrigkeitenanzeige) und begaben sich zum Notieren seiner Personalien in ihren Streifenwagen. Der Essener, der vor der Motorhaube stand, zog nun aus seiner Gesäßtasche einen Lederbeutel. Mit zwei Fingern entnahm er ein unbekanntes Pulver und warf es auf den Streifenwagen, während er ihn dabei umrundete. Sodann machte er von dem Pulver kleine Häufchen auf der Fahrbahn an den Fahrzeugecken und entzündete diese. Während sie verglühten und leichter Rauch aufstieg, setzte sich der 31-Jährige im Schneidersitz auf die Straße, sprach beschwörende Worte und unterstrich diese durch eindrucksvolle Gestik. Bevor die erstaunten Polizeibeamten der Steeler Hauptwache diese Szenerie fotografisch dokumentieren konnten, war sie auch schon beendet. Es konnte nicht in Erfahrung gebracht werden, mit welcher Art von Wünschen oder Beschwörungsformeln der Betroffene den Polizeiwagen bzw. die beiden Polizisten bedacht hatte. Hinsichtlich der zu fertigenden Anzeige dürften die Zaubersprüche jedoch wirkungslos bleiben.

So geschehen in Essen-Steele auf der Henglerstraße am 28. März 1990 gegen 22.30 Uhr.

 

Eine irreale, absurde Szenerie, die sich dementsprechend auch im Horoskop widerspiegelt. Der Versuch, sich mittels eines magischen Rituals mit Feuer, Rauch und Zaubersprüchen auf offener Straße der Bestrafung durch die Polizei entziehen zu wollen, weist auf den gradgenauen Mars/Pluto-Spiegelpunkt hin, der sowohl die Anlage (Skorpion-AC/Pluto Haus eins) als auch die Durchführung des von der Bestimmung her Erwirkten beherrscht (Löwe-MC/Widder-Sonne in Haus fünf/Mars in Haus drei).

Die Widder-Sonne in Haus fünf macht den Widerwillen, sich innerhalb der Regelungen kollektiver Funktionsräume in eine vorgegebene Richtung bewegen zu müssen, besonders deutlich. Allein dieses Bild zeigt im übertragenden Sinne den Mangel an Freiheit in einer durch Technik und Wissenschaft dominierten Pseudokultur, die die Lenkung und Steuerung des Einzelnen durch die Ausschaltung individueller Willensimpulse zum Ziele hat. Hier wird deutlich, wie wichtig die Überwachung der Einhaltung von Regelungen auch aktuell für den Staat zur Durchsetzung der Vermischungs- und Versklavungskonzepte heutiger Gesellschaftstheoretiker und den Bau ihrer Menschenkäfige ist. Wer im Menschen bloß einen höher entwickelten Affen sieht, wird wohl keine Einwände dagegen vorzubringen haben. In den Käfig hinein- oder herausschauen zu können, ist und bleibt eine Frage des Standortes, die für die Freiheit und Würde des Einzelnen ebenso existentiell ist wie für eine zukünftige, sich frei wähnende Gesellschaft.

Der 31-Jährige Essener Zauberlehrling hat sich in dieser Frage wohl damals schon eindeutig positioniert. Sofern dieser also stellvertretend über das dritte Haus den Mars/Pluto sowie - als Handlender - die von Neptun beherrschte Widder-Sonne im fünften Haus repräsentiert, kann ihm die fehlende Einsicht über einen Verkehrsverstoß, bei dem niemand zu Schaden gekommen ist, höchstens als ein Kavaliersdelikt zum Vorwurf gemacht werden.

Was an dieser Geschichte so fasziniert, ist das Aufeinandertreffen der Realität des ersten Quadranten und seiner funktionalen Regelungsmodelle mit den Erfahrungs- resp. Verhaltensformen alter archaischer, magischer Rituale und Zeremonien, die im Gegensatz zum Intellekt und der Ratio auf ein intuitives/imaginatives Schauen hin angelegt sind (Uranus/Neptun in Haus drei). Aus der Differenz zwischen diesen beiden Formen der Anschauung ergibt sich eine Mitte, die als Dreh- und Angelpunkt nicht verfehlt werden darf, will man weder in sich selbst noch in der Welt ein Ungleichgewicht derjenigen Kräfte erzeugen, die den Menschen an den Ursprung seiner Bestimmung und somit an sein Dasein binden. Eine Bindung, die den Einzelnen als freies Wesen erst möglich und lebensfähig macht. Rudolf Steiner hat dieses Verhältnis einmal so beschrieben: Unerlöst bleibt nur der, dessen freier Wille sich abwendet von der Bestimmung des Menschenwesens.

Eine Losung, die nach dem Unglück und den Katastrophen einer inhumanen und tyrannischen Politik auf lange Sicht wieder den Kulturbildungsprozess der Völker und ihrer Gesellschaften prägen wird.

 

© Günther Gerzmann, 2017

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