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10.05.2018

Übergänge Teil I

Vom 20. auf den 21.Dezember 2017 fand eine fast gradgenaue Saturn/Sonne-Konjunktion auf 0° Steinbock statt, die einen neuen dreißigjährigen Saturn-Zyklus einläutete. Es scheint so zu sein, dass diese Zyklen aufeinander aufbauen und sich dort ergänzen und Korrigieren, wo die Abweichungen von der Grenze der „Bestimmung der Gestalt der Zeit“ (Steinbock/Saturn-Prinzip) zu groß geworden sind.

Der zurückliegende Saturn-Umlauf begann am 14./15. Februar 1988 mit einer gradgenauen Saturn/Uranus-Konjunktion und einem Sonnenstand von 25° Wassermann. Betrachtet man das Zeitgeschehen der letzten 30 Jahre aus diesem Blickwinkel, so sollte die Charakteristik dieser Konstellation in ihren Grundzügen deutlich wiederzuerkennen sein. Der Steinbock/Saturn, der über die Einhaltung der Bestimmung des Gewachsenen und seiner Grenzen wacht, findet im Uranus, der Grenzen aufhebt, immer dann einen Gegenpart, wenn anstelle der nicht angenommenen Saturn-Bestimmung die artifizielle, kollektive Scheinwelt sozialstaatlicher Regelungen und ihrer Zugehörigkeitszwänge gesetzt wird. Es sind die ritualisierten Saturn/Uranus-Zwänge des „Unvereinbaren“, die als Normen den Einzelnen in seinem Leben und Dasein in dem Maße verhindern (auch im partnerschaftlichen und beruflichen Umfeld etc.), wie der Staat die Kollektiven Regelungen als Modell gegen die Gestalt des Zeitlichen und seiner individuellen Schicksalsgeschehen durchsetzen will. Ein Befund, der auf der erweiterten Ebene der Völkerschicksale auch die gegen Deutschland und Europa gerichteten politischen Zumutungen der letzten 30 Jahre einbezieht und mitdenkt. Denn die im genannten Zeitraum innerhalb der EU vorgenommene Weichenstellung (die „Replacement und Resettlement-Agenda“) hat geradewegs in die aktuellen Kulturkämpfe und damit in die bevorstehenden Kriege hineingeführt, die sich in ihren Anfängen schon jetzt – neben den weltweit sich anbahnenden militärischen Großkonflikten – bedrohlich auszuweiten beginnen. Bezieht man in die Deutung den jeweiligen Sonnenstand mit ein, so lässt die Sonne vom 14./15. Februar 1988 auf 25° Wassermann den Impuls zur Aufhebung von Grenzen und Regelungen in der Durchführung stärker hervortreten. Die für Europa geschlossenen Grenzöffnungsabkommen, inklusive der Fall der Berliner Mauer als deutsche Ost-West-Grenze, sind naheliegende Hinweise in diese Richtung.

Auch der Merkur/Uranus-GSP auf 25° Wassermann weist auf die Funktionalität des Vorgangs einer grenzen-, sowie unterschiedslosen politischen Gleichmacherei, die als Modell einer neuen europäischen Ordnung als Schein-Frieden arrangiert und ideologisch verkauft werden soll. Innerhalb eines solchen Modells ist jedoch keiner der betroffenen Planeten weder lebens- noch entwicklungsfähig, weil Regelungen unterworfen, die eine wesensgemäße Ausübung des jeweiligen Prinzips verhindern und unterdrücken. Hieraus erwächst die für Saturn/Uranus typische, hochexplosive Spannung, die dann zum Aufbrechen der Form des Unvereinbaren führt, indem sich der eine vom anderen zu befreien versucht (Trennung/Scheidung etc.).

 

Mit Beginn des neuen Saturn/Sonne-Zyklus am 21.Dezember 2017 wurde ein solcher Punkt erreicht.

 

© Günther Gerzmann

15.07.2018

Übergänge Teil II

Das Regulativ des Saturn wacht über die Einhaltung der Bestimmung der Gestalt des Zeitlichen und seiner Geschehen. Er setzt das Maß der Endlichkeit der Zeit und ihrer Räume, in denen sich das Leben innerhalb der Struktur seiner angewiesenen Bestimmungsform als Schicksal entwickeln, auswachsen und entfalten kann.

Daraus folgt die Notwendigkeit der Begrenzung und Einhegung subjektiver Spiel- und Erlebnisräume, die trotz ihrer Eigendynamik und Komplexität – mitsamt ihren schicksalhaften Verknüpfungen – auf die saturnische Bestimmung hin ausgerichtet sind. Als klassische Steinbock/Saturn-Analogie gilt in der Natur seit jeher der Baum und sein bis tief in das Erdreich verzweigtes Wurzelwerk. Schon die Alten brachten die als Signatur der Zeit ins Holz eingelassenen sogenannten Jahresringe mit den Ringen des Saturn in Verbindung.

Die für die Erde und ihre Götter zentrale Bedeutung der Bäume, der Wälder und Quellen, wird in der Mythologie der nordisch-germanischen Völker ebenso ausdrücklich geschildert, wie bei den Griechen und den frühen Christen.So berichtet die Edda von dem Selbstopfer des am Weltenbaum gefesselten Wodan/Odin, ehe er sich befreit und von Mimir in die Weisheit der in Holz oder Stein geritzten Runen eingeführt wird. Bei Homer ist es der auf seinem Schiff an den Mastbaum gefesselte Odysseus, der so - „wissend dem Tod zu begegnen“ (Hugo Rahner) – den Verführungen und todbringenden Zauberliedern der Sirenen widerstehen und seine Heimreise fortführen kann. Und zurückgreifend auf die Mythologie der Baumfesselung des Odin und des Odysseus bildete sich im antiken Christentum – in einem fortwährend sich wiederholenden Deutungsprozess – das Mysterium des am Kreuze sterbenden Christus heraus.

 

Wie stark die Bilder ursprünglicher mythischer Überlieferungen noch auf die Deutung frühmittelalterlicher Theologen einwirkten, lässt sich an Augustinus – als einen der sogenannten Kirchenväter – darstellen, der in seiner Theologie mit Blick auf Golgatha von der „gekreuzigten Sonne“ sowie vom „Sonnenuntergang des Gekreuzigten“ spricht.

Diese Beispiele weisen, in der dramaturgischen Form der Darstellung eines Initiationsritus, auf Leben und Tod des Menschen als eine Metamorphose hin, die – als Übergangsmoment in der Zeit – einen Bewusstseinswandel herbeiführt, der die geistig-seelische Grundverfassung des Individuums als Schicksal neu ausrichtet und konstituiert. Eine unverkennbar saturnische Strategie, die das seinen Ängsten und Schmerzen ausgelieferte Subjekt in eine Auseinandersetzung treibt, in der das Sterbenmüssen und Weiterlebenkönnen als Wandlungsmysterium eines parallelen Zeitgeschehens in einem Bild zusammengefasst werden.

Das an seine Bestimmung gebundene Subjekt, als Leitmotiv eines neuen Saturn-Zyklus, wird sich als roter Faden auch weiterhin durch die aktuellen gesellschaftspolitischen Zeitumstände ziehen. An anderer Stelle wurde schon darauf hingewiesen, das der Eintritt des Saturn in den Steinbock die Diskussion über Sicherheits- und Grenzfragen in den einzelnen europäischen Ländern notgedrungen wieder anheizen wird. Dies setzt eine Verletzung bzw. einen Angriff auf faktisch existierende Grenzen und Hemisphären voraus (was angesichts der von der EU/BRD immer noch betriebenen Flüchtlingspolitik auch der Fall ist).

Wenn W. Döbereiner den griechischen Apollon dem Steinbock zuordnet und Friedrich G. Jünger diesen einen „grenzziehenden Gott“ nennt, der unerbittlich ist gegen die „Verletzung der Grenze des Gewachsenen und seiner Gestalt“ (W. Döbereiner), dann lässt es sich erahnen, wie tiefgreifend die geforderten Veränderungen in einem Europa sein müssen, wo die Unterschiede keinen Unterschied mehr machen, und die politisch links dominierten, neoliberalen Grenzaufhebungsstrategien – im Sinne einer kollektiven Selbstauslöschungspsychose – gesellschaftsfähig gemacht werden sollen.

 

Hier gilt es aufzuwachen und auf die unmittelbar mit der Steinbock/Saturn-Achse verbundene lunare Sphäre innerweltlicher Empfindungsräume zu schauen (Krebs), in deren Behausungen nicht nur die Individuen seelischen Schutz und Geborgenheit finden, sondern die auch dem Gestalttypus einer aus der eigenen Bestimmung und Tradition gewachsenen Kultur- und Volksgemeinschaft eine Heimstatt bieten.

Es sind die über Saturn/Uranus/Neptun in die Schöpfung und das Leben eingeschriebenen Codes, mit denen die Bewusstseins- und Empfindungswelten des Menschen verbunden sind, und die das jeweilige gegenwärtige Geschehen seines Daseins erst aufrufen und möglich werden lassen. In diesem Kontext erscheinen die gegen den modus operandi der Natur arbeitenden Genetiker und Informatiker wie die Speerspitzen einer schöpfungsfeindlichen dämonischen Macht, die versucht, mit allen zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen und okkulten Mitteln ihren Golem als den künstlich gefertigten Anti-Menschen herzustellen, um über diesen in die Zeit eindringen und die Gegenwart besetzen zu können. Das ist nicht nur ein ethisch-moralisches Dilemma. Hier wird eine Grenze angetastet, deren Übertretung schon einmal für den sich gottgleich wähnenden Menschen mit der Vertreibung aus dem Paradies geahndet wurde. Auch in diesem Mythos – der die Paradiesbäume als „Stammbäume“ einer göttlichen und einer dämonischen Blutlinie und ihrer Nachfahren darstellt - wacht der Saturn in symbolischer Gestalt des göttlichen Lebensbaumes über die Einhaltung der Grenze des ursprünglich Gewachsenen und seiner Bestimmung.

Im Gegensatz dazu steht der Erkenntnisbaum der Schlange, die dem mit dem wahren Prinzip der Schöpfung noch verwachsenen Menschen ein anderes Paradies verspricht, folgt er nur dem Zauber ihrer verführerischen Einflüsterungen. Ein Paradies der Aufklärung und des logisch-intellektuellen Denkens, das als allmächtige Instanz eines neuen materialistischen Glaubens, die kausal-mechanischen Gesetzmäßigkeiten der Erscheinungswelt in den Mittelpunkt seiner Weltbetrachtung rückt (Zwillinge/Merkur). Geworden ist daraus eine lebensfeindliche und kriegerische Hölle der Labore, Werkstätten und Maschinen, in welcher der von seinem Ursprung abgetrennte und seinsvergessene Mensch die Welt nur noch als das zufällige Produkt einer bestimmungslosen toten Materie vor sich sieht. (Das betrifft auch die von der Astrologie abgefallenen „Sterngucker“ in der Astrophysik, die nach einem ominösen „Urknall“ forschen, anstatt nach dem „Ursprung“ zu fragen.)

Das ist der Saturn/Merkur-Sündenfall einer faustischen Wissenschaft und ihrer Anhänger, wie er in der MRL auch als „Heiligung des Intellekts und der Ratio“ beschrieben wird („Du sollst kein falsches Zeugnis annehmen“).

 

Das auffälligste Symptom einer Sonne/Saturn-Verbindung ist die „Engstellung der Herzkranzgefäße mit Mangeldurchblutung des Herzmuskels“, resultierend aus einer permanenten, sympathikoton übersteigerten „Willens und Absichtshaltung“, die eine fehlende innere Bewegung im Sinne einer emotionalen Erlebnisschwäche kompensieren soll. Es ist das innerhalb der Kollektiven, staatlichen Regelungszwänge fehlende Eigenleben, das durch eine demonstrative, soziale Brauchbarkeits- und Tüchtigkeitshaltung ersetzt werden soll. Eine Brauchbarkeit (wie die der „ehrenamtlich“ tätigen Flüchtlings- und Integrationshelfer), die das System zur Aufrechterhaltung seiner Strukturen dringend benötigt. Insofern ist auch damit zu rechnen, dass unter dieser Konstellation der Staat den Druck zur gezielten Ausschaltung des Einzelnen nochmals zu erhöhen versucht, damit die zur Regelung gewordene Saturn-Bestimmung als Diktat der Verneinung von Leben und Dasein (Pluto im Steinbock) widerspruchslos durchgesetzt werden kann.

 

Wer im Zuge der Rückbesinnung auf die eigene Bestimmung den verloren geglaubten Schicksalsfaden wieder aufnimmt, der kann trotz des Erleidens vieler schmerzhafter Passagen den Übergang in ein Bewusstsein vollziehen, das in dem Gebundensein ans Schicksal einen notwendig zu gehenden inneren Weg der Heilung erkennt, der in das individuelle Zentrum einer größeren Souveränität und Freiheit führt. Das hat auch Rudolf Steiner schon angemerkt, indem er feststellte, das nur der unerlöst bleibt, „dessen freier Wille sich abwendet von der Bestimmung des Menschenwesens“. Eine Formulierung, die selbst nach den MRL-Deutungsregeln die in Steiners Radix verzeichnete Opposition des Saturn in H10 zur Fische-Sonne in H4, nahezu exakt wiedergibt.

 

Das Bewusstsein als geistige Freiheit ist abseits der Steuerung durch genormte Informationsübertragungen mittels staatseigener Medien (FakeNews) weder kontrollierbar noch beherrschbar. In einem solchen Bewusstsein wachsen das Leben und seine Geschehen neu heran. Daran scheitern Diktaturen.

 

© Günther Gerzmann

 

 

 

 

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Es beinhaltet die Texte der letzten 2 Jahre, die auf dieser Seite veröffentlicht wurden.

Viele der Texte liegen in überarbeiteter und veränderter Fassung vor.

 

 

Zeitenwandel

Astrologische Analysen und Texte zum Zeitgeschehen

ISBN: 978-3-746705-68-2

 

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